D – Konstanz/Berlin | 20 Jahre vor der Kamera, Dauerrollen in der Kultserie Stromberg und als Kommissar Hinnerk Feldmann in der ZDF-Reihe Nord Nord Mord, zwei Romane, Hörspiel- und Drehbuchautor, Auftritte mit Lesungen und in Fernsehshows – alleine beim Zuhören kann einem die Luft ausgehen.

Nicht jedoch Oliver Wnuk (43) selbst. Der Wahlberliner steckt voller Energie und Ideen. Jetzt im Frühjahr ist er im Fernsehen in fünf Hauptrollen zu sehen, bevor er dann im Juli in seine Heimat kommt, um mit seiner ehemaligen Schule und der Südwestdeutschen Philharmonie ein großes Beteiligungsprojekt auf die Beine zu stellen.

akzent: Du bringst viele Projekte und dein Familienleben unter einen Hut, bist rund 150 Tage im Jahr in Hotels – geht dir nicht die Luft aus?

Wnuk: Stressig wird’s nur dann, wenn man an einem Ort ist, an dem man nicht sein möchte, und wenn man nicht genießen kann. Ich lebe das Leben, das ich immer leben wollte. Dass ich seit 20 Jahren kontinuierlich als Schauspieler arbeiten darf, dafür bin ich dankbar und demütig. Ich habe auch gelernt, den eigenen Wert zu erkennen – und einzufordern.

akzent: Du schlüpfst in viele verschiedene Rollen. Färben die Charaktere, vor allem die Dauerrollen, irgendwann ab?

Wnuk: Ich nehme keine Rolle mit nach Hause. Eher färbt meine Persönlichkeit auf die Filmfigur ab. Kommissar Hinnerk Feldmann etwa: Anfangs war die Figur vom Autor, dann kam mein Tonfall dazu, meine Humorfarbe kommt durch. Physical comedy, das ist schon sehr meine Art. Feldmann ist erwachsener geworden und, nach mittlerweile neun Jahren, authentischer. Man wächst mit. Das ist spannend und auch total schön, quasi zusammen mit den Kollegen in der Serie älter zu werden. Das mögen auch die Zuschauer.

akzent: Im Interview vor anderthalb Jahren hattest du uns gesagt, dass es sinnvoller sei, sein Geld für Erlebnisse auszugeben anstatt für Dinge …

Wnuk: Das unterschreibe ich noch immer so. Ich suche mir auch meine Arbeit so aus, damit sie ein Erlebnis ist. Mit wem arbeite ich zusammen? Hab ich Lust darauf? Ich habe in den vergangenen zwei Jahren so viel Glück gehabt mit tollen Kolleginnen, es hat richtig Spaß gemacht. Dazu hatten wir bei „Platzhirsche“ und „Lautlose Tropfen“ denselben Regisseur und dasselbe Team. Das ist sehr wertvoll. Das sind für mich Erlebnisse.

akzent: Welches Projekt hast du als nächstes in der Schublade?

Wnuk: Ich schreibe gerade an ganz vielen Sachen. Zusammen mit der Südwestdeutschen Philharmonie arbeite ich an „Daheim – eine Odysee“. Ein Beteiligungsprojekt zum Thema Heimat mit der Haidelmoosschule und der Geschwister-Scholl-Schule in Konstanz. Als ehemaliger Schüler bin ich dort Mitglied im Förderverein. Es wird am 4. und 5. Juli drei Aufführungen mit über 200 Beteiligten in einem „Lustschloss“, einem Palastzelt, geben. Ein musik-theatrales Kunstwerk.

www.oliverwnuk.de

Oliver Wnuk aktuell im TV:

 „Eine Hochzeit platzt selten allein“ (ARD). Mit Inka Friedrich zusammen in der Hauptrolle als Bankangestellter, der die Weltwirtschaftskrise auslöst. Komödie, geschrieben von Christoph Sonntag. 

 „Klassentreffen“ (ARD).Ausstrahlung 06.03., 20.15 Uhr. Impro-Film mit großer Besetzung. Neben Oliver Wnuk u.a. Annette Frier, Charly Hübner, Fabian Hinrichs, Anja Kling, Anna Schudt, Kida Ramadan.

 „Platzhirsche“ (ARD) „Sehr schöner Film à la Robert de Niro/Ben Stiller“, so Oliver Wnuk über seine Rolle als Familienanwalt, der es wegen seiner Urlaubsliebe mit einer ganzen Camping-Gemeinde aufnimmt.

 Nord Nord Mord – Sievers und die Tote im Strandkorb (ZDF). Krimiserie, die 7 bis 8 Millionen Zuschauer hat. Dieses Mal spielt Wnuk vor allem mit Dieter Hallervorden.

 „Lautlose Tropfen“ (SAT 1). Ein Thriller, in dem es um Missbrauch mit K.O.-Tropfen geht. Mit dabei Stephanie Stappenbeck. Laut Wnuk ein „ziemlich krasser Streifen“. rmat1