Irgendwie läuft es nicht rund bei einem der größten Shopping-Center in der Großstadt Bodensee: Im seemaxx Radolfzell treten sich die Kunden nur selten auf die Füße (hier zu unserem Beitrag aus dem akzent 09/2019), das Händlerkarussell dreht sich munter weiter und Emotionen sind im Spiel. Dennoch ist das Center-Management zu keiner Stellungnahme bereit.

Bereits per Ende September hatte G.K. Mayer seine Türen im seemaxx geschlossen. Unfreiwillig. Obwohl die Umsätze nicht zufriedenstellend waren, wären sie gerne im seemaxx geblieben. Die Kündigung von Seiten seemaxx kam überraschend – noch vor Ablauf des Mietvertrages. „Wir waren von der Idee überzeugt“, so Geschäftsführer Robin Mayer, dessen Firma, wie er sagt, ein alter Hase im Outletgeschäft sei. G.K. Mayer ist bislang gezielt nur in Outletcenter eingezogen – und das in ganz Europa. Nach dem Auszug aus dem seemaxx können sie sich allerdings vorstellen, in der Bodenseeregion einen eigenen nicht-Outlet Premiumstore zu eröffnen. Aus Erfahrung weiß Robin Mayer, dass es „mindestens zwei bis drei Jahre braucht, bis es rund läuft. Wir hätten daher mindestens noch ein Jahr weitergemacht“ . Doch auch Gespräche mit Center-Geschäftsführer Gerhard Faden hätten nichts gebracht. „Dem Management fehlt Know-How im Outletgeschäft – und das wissen die auch und geben es zu“, so Robin Mayer, der allerdings betont, dass er „nicht über das Management schimpfen möchte.“ Der Ton sei stets freundlich und offen gewesen. Er spricht aber auch von fehlender Dynamik und davon, dass nicht nur große Marken als Zugpferde fehlen würden, sondern auch Outlet-Spezialisten im Führungsteam. „Wo geht das Ganze hin? Wir hätten gerne mit unserer Erfahrung geholfen.“ Von akzent mit den Aussagen konfrontiert, gab es vom seemaxx Center-Management allerdings nur eine entschuldigende, wenn auch hier freundliche Bitte um Verständnis. „Wir können zu solch sensiblen Themen keine Stellung nehmen“, so Tatjana Grötzinger. „Die Gespräche laufen noch, wir können nichts sagen.“

Nach G.K. Mayer sollen zum Jahresende s.Oliver und Brax folgen – so war es zumindest aus Mitarbeiterkreisen zu hören. S.Oliver bestätigte denn auch die Schließung. Man müsse, um den Marktanforderungen gerecht zu werden und langfristig erfolgreich zu sein, regelmäßig sein Store-Portfolio überprüfen und, wo notwendig, entsprechende Maßnahmen setzen. „Bitte seien Sie versichert, dass es immer wichtige Gründe für eine Schließung gibt und wir stets die Möglichkeiten zu einer Wiedereröffnung prüfen“, teilte das Unternehmen auf Nachfrage mit und verweist auf das „nur wenige Kilometer entfernte Konstanz – der dortige s.Oliver Store wurde nach seiner Modernisierung im Mai 2019 wiedereröffnet.“ Das Lago wird’s freuen, wenn die ehemaligen seemaxx-Kunden nun dorthin verwiesen werden.

Brax hingegen dementierte. Es handle sich um eine Fehlinformation. Auf die sonstigen Pläne für die Bodenseeregion angesprochen, kommt auch Brax Unternehmenssprecher und Geschäftsleiter Marketing & E-Commerce Marc Freyberg schnell auf die größte Stadt am Bodensee: „Da Konstanz für uns ein sehr erfolgreicher Standort ist, werden wir einen Partnerstore in der Bodanstraße voraussichtlich im März 2020 eröffnen.“ Der Mietvertrag im Lago war im März 2019 ausgelaufen.

www.seemaxx.de          

Text: Tanja Horlacher