Die heutige Welt ist vernetzt, global, grenzenlos und voller Möglichkeiten. Das gilt vor allem auch für die Berufswelt. Alleine in Deutschland gibt es 19.000 verschiedene Studiengänge. Dr. Larissa Rogner hilft jungen Erwachsenen dabei, den richtigen Weg für sich zu finden. akzent hat mit ihr über ihre Arbeit als Bildungsbegleiterin gesprochen.

akzent: Bildungsbegleiterin – was muss man sich darunter genau vorstellen?

Dr. Larissa Rogner: Ich coache und begleite Studierende. Dabei geht es aber nicht um eine fachliche Studienberatung, sondern vielmehr um eine Unterstützung in allen Themen, mit denen Studierende im Studium konfrontiert werden. Also z.B. Prüfungsangst, Leistungsdruck, Lernmanagement und cultural fit für einen Job im passenden Unternehmen. Das Beratungsformat nennt sich „Bildungslebenswelten“ und schließt damit die Lücke zwischen den Angeboten einer herkömmlichen Studienberatung und dem Psychologengespräch.

akzent: Welchen Fokus hat Ihre Beratung und wie gehen Sie vor?

Dr. Larissa Rogner: Um den jungen Erwachsenen Hilfestellung geben zu können, ist eine ganzheitliche Betrachtung des Individuums und Empathie elementar. Deswegen nehme ich mir viel Zeit, um den Menschen kennen zulernen und zu verstehen, welche Persönlichkeit dahintersteckt, ferner was ihn ausmacht. Erst dann kann eine Beratung funktionieren und später auch Früchte tragen. Denn mein Ansatz ist, dass ich Hilfestellung gebe, den Weg gehen die Studierenden dann aber selbst.

akzent: Es geht also auch um eine Persönlichkeitsentwicklung?

Dr. Larissa Rogner: Ja, absolut. Die heutige Zeit verlangt nach starken Persönlichkeiten. Es ist wichtig, sich selbst und seine Potenziale zu kennen, um auf neue Herausforderungen reagieren zu können.

akzent: Welche neuen Herausforderungen sehen Sie heutzutage für Studierende?

Dr. Larissa Rogner: Die Auswahlmöglichkeiten, egal ob im Studium oder später bei der Berufswahl, überfordert viele Studierende. Es gibt immer mehr Möglichkeiten und gleichzeitig immer mehr Fragezeichen. Hinzu kommt, dass das Erlernen von Social-Skills, wie Sozialkompetenz, Kommunika-tions- und Resilienzfähigkeit, Durchsetzungs- und Reflektionsvermögen, oftmals zu kurz kommt. Darunter leidet dann ebenso die persönliche Weiterentwicklung. Und den Studierenden fehlt oft der richtige Ansprechpartner aus dem sozialen Umfeld, um ihre Sorgen oder Ängste zu besprechen. Sie fühlen sich deshalb oft „lost“.

akzent: Wieso können Freunde, Familie oder Kommilitonen diese Ratgeber-Rolle nicht mehr erfüllen?

Dr. Larissa Rogner: Bei den Eltern besteht das Problem darin, dass sie Themen und Vorgänge noch aus einer anderen Generation kennen und somit beispielsweise noch andere Berufsfelder im Kopf haben. Tradierte Muster greifen nicht mehr. Das Verständnis dafür, dass das Kind nach dem Schulabschluss nicht direkt ins Studium einsteigen will, oder eine Richtung einschlägt, ohne genau zu wissen, wohin es führt, stößt dann oft auf Unverständnis. Bei den Kommilitonen ist es oft der Konkurrenzgedanke, der es nicht erlaubt, Schwächen oder Ängste anzusprechen. Und mit Freunden möchte man einfach einmal „chillen“, ohne Probleme zu besprechen.

akzent: Was ist Ihre größte Freude an diesem Beruf?

Dr. Larissa Rogner: Wenn ich sehe, wie sich die jungen Menschen entwickeln und ich ihnen zu ihrem persönlichen Erfolg helfen konnte. Und wenn ich sehe, dass sie nach meiner Begleitung ihren Weg sicher und zufrieden gehen.

www.bildungslebenswelten.de