D-Singen | Die Tamala Clown Akademie aus Konstanz arbeitet gemeinsam mit dem Sprachheilkindergarten in Singen an dem Projekt „Mutmachstunde“. Bei therapeutischen Sitzungen mit Gesundheit!Clowns, wird Kindern mit Sprachbehinderung der Spaß an Kommunikation wiedergegeben. Das Projekt wird von der Stadt und Stiftungen gefördert, ist jedoch noch auf weitere Sponsoren angewiesen.

Seit 2004 besuchen Clowns regelmäßig die Kinder mit Sprachstörungen zu therapeutischen Zwecken. Das Projekt wurde entwickelt von der Leiterin des Sprachheilkindergartens Singen in Kooperation mit den Leitern der Tamala Clown Akademie Jenny Karpawitz und Udo Berenbrinker, denen die Arbeit von Clowns mit sprachbehinderten Kindern sehr am Herzen liegt. Diese bilden in ihrer Akademie auch die speziellen Gesundheit!Clowns aus, die neben der typischen Clownsarbeit über besondere Fähigkeiten und Kenntnisse im therapeutischen Bereich verfügen.  Die Stadt Singen befürwortet und unterstützt dieses Projekt, das auch zum Ziel hat, durch wissenschaftliche Begleitung die Wirkung von Clowns in diesem besonderen Bereich zu belegen.

Laura Chaplin zu Besuch in Singen

Ebenfalls als Schirmherrin begleitet auch Laura Chaplin, die Enkelin von Charlie Chaplin, mit ihrer Stiftung CharlieSmile das Projekt. Laura zog  in der Kindheit von der Schweiz nach London und hatte dort durch die neue Sprache selbst Lernschwierigkeiten. Durch ihre Malerei fand sie damals einen Weg sich auszudrücken und so die Sprachhürde mit Kreativität und (Aus)Gelassenheit zu überwinden. Handeln statt Lehren und Unbeschwertheit statt Strenge sind seither Leitmotive in ihrem Leben. Deshalb unterstützt sie mit ihrer Stiftung das Lachen und den Humor auf der ganzen Welt und vor allem dort, wo sie oft zu kurz kommen. Das Projekt „Mutmachstunde“ im Sprachheilkindergarten in Singen liegt ihr daher sehr am Herzen.

 

Hintergrund

Der Sprachhheilkindergarten Singen ist ein Schulkindergarten für sprachbehinderte Kinder unter städtischer Trägerschaft. Das Hauptanliegen ist, die Gesamtpersönlichkeit des Kindes zu fördern und Schwächen in den Bereichen der Feinmotorik, der auditiven Wahrnehmung, bei sozialen Kompetenzen oder emotionaler Stabilität zu erkennen und diesen entgegenzuwirken. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung der Sprachentwicklung durch Aufbau der Stärken der Kinder. Das Ziel ist, die Sprachstörung bis zum Eintritt in die Grundschule weitestgehend abzubauen.

Die Besonderheit des Clowns

Oft vergeht Kindern mit Sprachbehinderung das Lachen, da sie oft nicht verstanden werden oder Worte nicht bilden können. Diese Erfahrungen machen traurig, mutlos und hier ist die Stärkung des Selbstwertgefühls besonders wichtig.

Wie kann nun ein Clown den Kindern helfen?

Mit einem Minimum an Worten, Gesten und Blicken gelingt es dem Clown unsere Gefühle anzuregen und zu wecken. Der Clown ist ungeniert, schlau, vielseitig, einfühlsam und schadenfroh. Er ist ein guter Beobachter und reagiert oft unverhofft. Er zeigt seine Gefühle offen und echt. Er hat Sinn für Unsinn und setzt seine Freude gegen Einsamkeit, Ausgrenzung und Langeweile ein.

Der Clown bringt Freude und Humor, schafft Lebenslust und Hoffnung, fördert die Gemeinsamkeit, leistet Linderung von Schmerz, macht Mut, nimmt Angst, schafft Atempausen und baut Brücken.

Nutzen der Gesundheit!Clown-Besuche

Clowns machen Fehler und sind unbeholfen, haben alle Freiheiten, sind frech, machen verbotene Sachen, sprechen hauptsächlich mit Tönen, fordern die Kinder auf, sind einfühlsam, können spontan auf die Kinder reagieren und begeben sich nie in eine übergeordnete Rolle. Sie zeigen alle Facetten von Unverschämtheit, Direktheit, Anders-Sein, klarer Körpersprache und Ausdruck der Emotionen in Mimik, Sprache und Körper und bringen das Kind so dazu ebenfalls aus sich herauszukommen, und Emotionen zu zeigen. Der fast gänzliche Verzicht auf die normale Sprache führt ebenfalls dazu, dass sich das Kind wohlfühlt und ganz natürlich ebenfalls Laute und Töne zur Kommunikation einsetzt, wodurch ihm Schritt für Schritt die Angst vor dem Sprechen genommen wird.

Der Clown muss geschult sein, seine Emotionen in der tonalen Sprache auszudrücken. Je mehr normale Sprache er benutzt, desto mehr Blockierungen erlebt er.Gleichzeitig ist der Clown Coach und Therapeut: er kann so Angebote geben, Reaktionen abwarten und einschätzen. Angestaute Emotionen (z.B. Wut, Trauer, Verlassenheit) sollen zugelassen werden. Grenzen werden mit dem Gefühl der Freude akzeptiert oder langsam aufgeweicht, anerzogenes brav Sein („Ich rede nicht, da ich alles falsch machen kann“) wird freudestrahlend aufgelöst: Die Kinder bekommen Erlaubnis, Unsinn zu machen, um in sich wieder das freie Kind zu entdecken.

Während dem zweijährigen Projekt betreuen die beiden Clowns „Pipilotta“ und „Citronella“ jeweils konstant eine der beiden Kindergartengruppen. Bei den 14-tägigen Besuchen der Clowns gibt es zu Beginn eine kurze Vorspielszene. Danach dürfen zwei bis drei Kinder für jeweils 20 Minuten im Einzelkontakt mit ihrem Clown sprechen, spielen oder herumalbern. So werden die Probleme der Kinder erkannt und gelöst. Jedes Kind bekommt während der zwei Jahre des Projekts mindestens drei Einzeltermine mit dem Clown.

Finanzierung

Wie es immer ist, geht das alles nicht ohne finanzielle Unterstützung, noch ist das Projekt nicht voll finanziert und der Sprachheilkindergarten freut sich über weitere Förderer! Denn damit das Projekt im Sommer starten kann fehlen noch 20 000€!

Diese Förderer unterstützen das Projekt bereits: Stiftung der Sparkasse Singen-Radolfzell, Werner + Erika Messmer Stiftung, Dietrich H. Boesken-Stiftung, Stiftung Otto Sauter.

Wenn Sie dieses Projekt unterstützen wollen, wenden Sie sich gerne an das Tamala Büro: s.schuessler@tamala-center.de (Sandra Schüssler).

 

Tamala Center, Fritz-Arnold-Str.23, D-78467 Konstanz | +49 (0)7531 94 13 140 | www.tamala-center.de