A – Hohenems/Lochau | Reinhold Bilgeri wollte im Musik-, Literatur- und Filmgeschäft Karriere machen – und hat es prompt geschafft! Gerade dreht er als Regisseur den Spielfilm „Erik.Weltmeisterin“.

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Unfassbares Schicksal

Die Biografie erzählt die unglaubliche Geschichte von Erik Schinegger. Als Erika gewann er 1966 die Goldmedaille im Ski-Abfahrtslauf. Zwei Jahre später stellten Ärzte fest, dass er genetisch männlich ist und seine Geschlechtsorgane nach innen gewachsen waren. Daraufhin ließ er sich operieren und hieß fortan Erik. „Das Schicksal dieses Mannes und wie er es geschafft hat, sich aus dieser grauenhaften Laune der Natur zu befreien, hat mich berührt“, erklärt Bilgeri. „Dafür möchte ich ihm ein Denkmal setzen.“ „Erik.Weltmeisterin“ mit Markus Freistätter in der Hauptrolle kommt 2017 in die Kinos. Die zusammenarbeitenden Produktionsfirmen „Zeitsprung“ aus Deutschland und „Lotus Film“ aus Wien sowie der ORF und die österreichische Filmförderung wollten Bilgeri für ihr Projekt, da er sein Händchen fürs Filmemachen schon mehrfach bewiesen hat.

Besonders „Der Atem des Himmels“ (2010) bekam positive Kritiken. Die Romanvorlage stammt aus seiner Feder. Ebenso war Bilgeri für Drehbuch, Regie und Produktion verantwortlich. Auch der Landkrimi „Alles Fleisch ist Gras“ (2014), der in Dornbirn spielt, fand großen Anklang beim Publikum. Momentan arbeitet der Tausendsassa zusätzlich an einer Semi-Doku über die Geschichte Vorarlbergs für die TV-Reihe „Universum History“ des ORF.

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Unglaubliche Karriere

„Der See und das Wasser im Allgemeinen spielten schon immer eine wichtige Rolle in meinem Leben.“ Einige Zeit residierte er am Gardasee, in Spanien am Meer und in Los Angeles am Pazifik. Nun lebt er mit seiner Frau Beatrix wieder am Bodensee in Lochau; nahe Hohenems, wo er 1950 geboren ist. Seine Tochter Laura ist Schauspielerin und wohnt in L.A.

Drei Initialzündungen veranlassten Reinhold Bilgeri dazu, zu dem künstlerischen Multitalent zu werden, das er heute ist. „Ich war auf einem Internat, bis ich mit 14 Jahren rausgeworfen wurde, weil ich mich nachts unbemerkt ins Kino schlich. Lawrence von Arabien entfachte die Liebe zum Film in mir.“ Das Interesse an Literatur entwickelte Bilgeri vor allem durch seinen langjährigen Kindheitsfreund, den Autor Michael Köhlmeier. Die Leidenschaft zur Musik entbrannte ebenfalls aus einer versteckten Begeisterung für Rock’n’Roll, denn als Teenager hörte Bilgeri im Internat heimlich Radio Luxemburg. Schon während seines Lehramtstudiums für Deutsch, Geografie, Psychologie und Philosophie tourte er mit verschiedenen Rockbands als Vorgruppe von Deep Purple, Whitesnake und vielen mehr durch Europa. „Ich wollte schon immer Rockstar werden, der Mädels wegen.“ Das hat super geklappt, denn als er sich 1981 ganz seiner Solo-Musikkarriere widmete, landete er mit „Video Life“ sofort einen Nr.1-Hit. Doch das genügte dem vor Energie sprühenden Österreicher nicht. So erfüllte er sich seine beiden weiteren Träume und machte sich obendrein als Schriftsteller und „in der letzten Etappe meines Lebens“ – wie er selbst sagt – als Filmemacher einen Namen.

www.reinholdbilgeri.com