Frühstücken in Paris und danach shoppen in New York? Zwei Flugbegleiter von Swiss International Airlines (SWISS) haben uns erzählt, wie ihr Alltag wirklich aussieht.

Celia Jakob ist 26 Jahre alt und arbeitet seit 2012 als Flight Attendant bei SWISS. Sie wohnt in Konstanz und pendelt jeden Tag mit dem Zug zum Flughafen in Zürich. „Als Zugpendlerin lässt sich mein Arbeitsplatz in Zürich mit meinem Wohnort in Konstanz gut vereinbaren. Mit dem Schweizer Gehalt lässt es sich in Deutschland gut leben.“, findet Celia. Ihr Kollege, Wolfram Schillig, ist schon seit über sechs Jahren bei der SWISS tätig. Er arbeitet dort als Maître de Cabine und ist Team Leader. In einem Interview haben uns die beiden verraten, wie ihr Berufsalltag aussieht und welche Voraussetzungen ein Flugbegleiter braucht.

Celia Jakob

Celia Jakob

Warum haben Sie sich dazu entschieden, Flight Attendant zu werden?

Celia Jakob: Ich hatte irgendwo einmal gelesen, dass wir 40% des Lebens mit Arbeiten verbringen. Da stellte ich mir die Frage, ob ich diesen Teil meines Lebens mit Freude ausübe. Bei meinem damaligen Beruf wusste ich, dass das nie so sein würde. Nachdem ich die Idee etwas reifen ließ, bewarb ich mich als Flugbegleiterin. Denn ich konnte mir nichts Schöneres und Spannenderes vorstellen, als in Zürich zur Arbeit zu gehen und nach Feierabend in New York zu sein.

Wolfram Schillig: Der Beruf als Flugbegleiter hat mich schon immer fasziniert. Über Umwege und sogenannte Zufälle bin ich schließlich in dieses Metier geraten und seither nicht mehr davon losgekommen.

Welche Voraussetzungen braucht man, um Flugbegleiter zu werden?

Wolfram Schillig

Wolfram Schillig

Celia Jakob: Gute Sprachkenntnisse in Englisch und Deutsch, eine abgeschlossene Berufslehre oder einen höheren Schulabschluss, Schwimmkenntnisse, eine Mindestgröße von 158 cm und eine natürliche Offenheit in Bezug auf Menschen aus aller Welt. Darüber hinaus sollte man flexibel sein und eine ausgeprägte Dienstleistungsorientierung haben.

Wolfram Schillig: Neben Charisma und einem gepflegten Erscheinungsbild, ist eine gute körperliche Gesundheit Voraussetzung für eine erfolgreiche Kandidatur. Ständige Zeitverschiebungen, Klimawechsel und Nachtflüge sollten keine zu großen Probleme darstellen.

Welchen Rat würden Sie einem Bewerber geben?

Celia Jakob: Überlege dir, warum du diesen Beruf machen möchtest und was du für diesen Beruf mitbringst – und vor allem sei du selbst.

Wolfram Schillig: Man muss den Dienst am Menschen mögen, stressresistent und vor allem kein „Morgenmuffel“ sein. Die Fliegerei ist sicherlich kein leichter Job, bringt jedoch immer wieder Freude und Zufriedenheit, wenn sich ein Kunde mit einem Lächeln für den außerordentlich guten Service persönlich bei einem bedankt.

Welche Eigenschaften sollte man als Bewerber mit sich bringen?

Celia Jakob: Kontaktfreudigkeit, Charme, Belastbarkeit, Flexibilität und Zuverlässigkeit.

Wolfram Schillig: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Kritikfähigkeit, Kundenorientiertheit, einen hohen Dienstleistungsgedanken und die Fähigkeit zum Teamwork. Das alles garniert mit einer Prise Herzlichkeit und Empathie sind sicherlich wichtige Eigenschaften.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?

Celia Jakob: Als Flugbegleiter/in bei SWISS hat man mehrere Aufstiegsmöglichkeiten. Bereits nach einem Jahr kann man sich als Maître de Cabine für die Kurzstrecke bewerben. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit First Class Flugbegleiter/in zu werden. Es wird zudem jedes Jahr eine Eidgenössische Berufsprüfung angeboten, die einem intern sowie in anderen Berufen die Karrierechancen erhöhen kann. Nach einer gewissen Zeit gibt es die Möglichkeit, als Instruktorin an Bord tätig zu sein und neue Kolleginnen und Kollegen einzuweisen.

Wolfram Schillig: SWISS bietet zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten für angehende Flugbegleiter. Zu nennen wären zum einen die Spezialisten, die für die hohen Service- und Qualitätsstandards in der First Class sowie für die Ausbildung neuer Kolleginnen und Kollegen zuständig sind, und zum anderen die Maître de Cabine, die für die Führung einer ganzen Crew an Bord verantwortlich sind. Falls man neben der fliegerischen Tätigkeit auch eine Karriere am Boden anstrebt, bieten viele Professional Teams die aktive Mitarbeit im Bereich Produkt, Service, Ausbildung und Rekrutierung an. Darüber hinaus gibt es bei Swiss Aviation Training die Möglichkeit, als Ausbilder für Sicherheit oder Service neue Kollegen anzulernen. SWISS ist ein Arbeitgeber, der die Angestellten aktiv bei der individuellen Aus- und Weiterbildung, auch in anderen Bereichen als in der Luft, tatkräftig unterstützt und Hilfe und Unterstützung beim Erreichen der persönlichen Ziele anbietet. Die Möglichkeiten sind vielfältig und können jederzeit mit dem direkten Vorgesetzten besprochen und umgesetzt werden.

Was hat sich in den letzten Jahren im Beruf verändert?

Celia Jakob: SWISS hat zwei neue Flugzeugtypen (die Boeing 777 und die Bombardier C Series) gekauft und damit die Flotte in kurzer Zeit stark modernisiert. Für die neuen Flugzeuge brauchen wir zahlreiches neues Flugpersonal, das eingearbeitet werden muss; aber auch alle anderen müssen Umschulungen besuchen. Auch wurde über die letzten Jahre das Streckennetz erweitert – was ich als sehr positiv empfinde, da es schöne neue Städte zu erkunden gibt.

Wolfram Schillig: Die Fliegerei hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr verändert. Früher noch als etwas Spezielles betrachtet, ist das Verkehrsmittel Flugzeug heute zum Alltag vieler geworden. Im Vergleich zu den Anfängen der kommerziellen Fliegerei hat die Arbeit über den Wolken sicherlich etwas an Glanz verloren. Der hohe Konkurrenzdruck im Markt trägt ebenfalls seinen Teil dazu bei. Nichtsdestotrotz haben wir nach wie vor die Möglichkeit und auch Chance, einen individuellen und unvergesslichen Kundenservice zu bieten, denn nicht zuletzt steht das Schweizer Kreuz für höchste Qualität in Service und Gastfreundschaft – daran hat sich bis heute nichts geändert.

Was motiviert Sie, diesen Job jeden Tag wieder zu machen?

Celia Jakob: Die Vielfalt an Menschen, mit denen ich täglich in Verbindung trete. Das empfinde ich jedes Mal als wertvolle Bereicherung. Dazu kommen noch die großen Städte dieser Welt, die ich nie ganz erkundet habe, egal wie oft ich schon dort war. Und natürlich, dass ich über den Wolken immer die Sonne sehe, egal wie sehr es am Boden regnet oder schneit.

Wolfram Schillig: Es ist vor allem die Abwechslung, die den Job so interessant macht. Kein Tag gleicht dem anderen. Man arbeitet nicht nur mit täglich wechselnden Crews, sondern begrüßt auch täglich neue Kunden an Bord.

Was ist das schlimmste Klischee, das es für den Beruf gibt?

Celia Jakob: Dass wir nur Servicepersonal über den Wolken sind. Zu diesem Beruf gehört wesentlich mehr, als einfach nur Essen und Getränke zu verteilen. Flugbegleiter sind in erster Linie für die Sicherheit an Bord zuständig.

Wolfram Schillig: Ich kenne keine Klischees, denn diese sind für mich gleichbedeutend mit Vorurteilen. Im persönlichen Gespräch mit Flugbegleitern ist man oft erstaunt, welche beruflichen Werdegänge diese Kolleginnen und Kollegen bereits hinter sich gelassen haben. Nicht selten findet man an Bord vom Balletttänzer über den Koch bis zum Anwalt alles. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass wir nicht nur für das Wohlbefinden und die Sicherheit unserer Gäste zuständig sind, sondern auch Hilfe und Rat bei allen anderen Problemen und Fragen geben können.

Welches Klischee ist wahr?

Celia Jakob: Dass man tatsächlich so ein Mini-Jet-Set-Leben führt, bei dem man sich mitten im Winter am Strand von Miami sonnen kann, sich in Shanghai Saisonkleider günstig maßschneidern lässt oder den „Singapur Sling“ eine Woche zuvor wirklich in Singapur getrunken hat. Das sind keine Klischees, sondern Tatsachen.

Was war das skurrilste Erlebnis, das Sie bisher auf einer Flugreise hatten?

Celia Jakob: Dass wir einem Passagier auf einem Rückflug aus Bangkok mehrmals erklären mussten, dass er sich auf einem Flug nach Zürich befindet und nicht nach Kanada.

Wolfram Schillig: Das skurrilste Erlebnis, an das ich mich erinnere, war eine aus ihrer Tasche ausgebüxte Katze auf einem Nachtflug in der Economy Class. Der Besitzer hatte Mühe, sie im Dunkeln wieder einzufangen.

Was war das schönste Erlebnis, das Sie bisher auf einer Flugreise hatten?

Celia Jakob: Das allerschönste für mich sind immer wieder diese majestätischen Sonnenaufgänge, die im schönsten Rosa und Gold morgens vor dem Frühstücksservice den Horizont färben.

Wolfram Schillig: Viele prominente Gäste selbst begrüßen zu dürfen und für ihr Wohl an Bord zu sorgen.

Hat sich ihre Wahrnehmung auf Flugreisen verändert, seit Sie jeden Tag fliegen?

Celia Jakob: Ja, die Welt ist in meinen Augen kleiner geworden. Man ist so schnell irgendwo. Und ich habe realisiert, dass wir Menschen, egal wo auf der Welt, viel mehr Gemeinsamkeiten miteinander haben als Unterschiede.

Wolfram Schillig: Für mich ist das Flugzeug zu einem täglichen und normalen Fortbewegungsmittel geworden. Vieles ist für mich vertraut und somit zur Gewohnheit geworden.

Wie anstrengend sind Nachtflüge?

Celia Jakob: Sehr anstrengend, aber wir bekommen schichtweise eine Ruhepause zwischen 1 und 3 Stunden. In den großen Fliegern haben wir einen „Crewbunk“, wo wir uns hinlegen können, um etwas zu schlafen. Das tut immer gut! Während eine andere Schicht ihre Ruhepause hat, musst du dich jedoch irgendwie wach halten. Das ist manchmal schwer, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Jetzt schaffe ich das viel besser als am Anfang.

Wolfram Schillig: Für mich immer noch sehr anstrengend. Ich bevorzuge Tagesflüge, da ich mich durchgehend im Kundenservice einbringen kann. Wenn auf Nachtflügen die Mehrheit der Passagiere schläft und es für uns nichts vorzubereiten gibt, dann kann die Nacht lang werden. Dann geht auch die Zeit viel langsamer vorbei – aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran.

Wie gehen sie mit dem Jetlag um? Haben Sie Tipps?

Celia Jakob: Wenn ich am Ziel angekommen bin, schlafe ich immer 3 bis 4 Stunden am Stück. Das regeneriert mich und hilft mir den Tag-/ Nacht-Rhythmus vor Ort zu finden. Wenn ich nachts nicht schlafen kann, dann ruhe ich einfach. Ich habe bemerkt, dass dies auf mich fast den gleichen Effekt hat wie schlafen. Die Kunst ist eben, das Nachdenken auszuschalten,  während man ruht.

Wolfram Schillig: Ich habe das große Glück, nicht unter Jetlag zu leiden. Entgangene Stunden Schlaf muss ich nur nachholen können. Einen allgemeinen Tipp gegen Jetlag gibt es zudem leider nicht. Jeder muss selbst ausprobieren, was für ihn am besten funktioniert. Ich war immer gut damit beraten, mich bereits im Flugzeug an der lokalen Tageszeit des Ankunftsorts auszurichten.

Welches Ziel fliegen Sie am liebsten an?

Celia Jakob: Hongkong! Ich liebe Hongkong.

Wolfram Schillig: Mein Lieblingsziel sind die USA. Dort sind alle von SWISS angeflogenen Ziele auf meiner Favoritenliste.

Welches Ziel fliegen Sie am häufigsten an?

Celia Jakob: Für jeden neuen Monatsplan darf man sich etwas wünschen. Das können bestimmte Städte sein, eine bestimme Himmelsrichtung (Osten, Westen) oder bestimme Kontinente. Ich fliege im Frühling und im Sommer gerne nach Amerika und den Rest des Jahres gerne nach Asien, so habe ich es immer warm und trotzdem vielfältig.

Können Sie sich vorstellen, in diesem Beruf noch jahrelang zu arbeiten? 

Celia Jakob: Ich kann mir das gut vorstellen. Auch als Mutter ist der Beruf machbar, wenn ein unterstützendes Umfeld vorhanden ist. Ich kenne einige Mütter, die während der Kleinkindphase reduziert geflogen sind und danach wieder mehr. SWISS bietet da eine Vielfalt an Teilzeitmöglichkeiten.

Was denken Ihre Freunde über Sie und ihren Job?

Celia Jakob: Es gibt immer einen Wow-Effekt, wenn ich davon erzähle, dass ich Flugbegleiterin bin. Meine Freunde finden es super. Allerdings musste ich lernen, dass ich nicht immer nur über meine Reisen erzählen kann, wenn ich mich mit meinen Freunden treffe, und dass es wichtig ist, Interessen und Freundschaften außerhalb der Fliegerei weiterhin zu pflegen. Hört sich seltsam an, aber es passiert ganz schnell, dass man in diesem Bereich etwas aus dem Gleichgewicht rutscht.

Für alle, die Sehnsucht nach dem Leben über den Wolken haben, veranstaltet die SWISS am 17.09. ein Cabin Crew Casting in Konstanz. Das Casting beginnt um 8 Uhr und findet im Hotel 47° statt. Mitzubringen sind ein Reisepass und ein Lebenslauf, Vorkenntnisse sind nicht nötig. Interessierte haben die Chance, nur ein paar Tage später einen Ausbildungsvertrag von SWISS im Gepäck zu haben. Dann liegt der neue Arbeitsplatz über den Wolken.

Weitere Informationen und wo und wann SWISS noch andere Cabin Crew Castings veranstaltet, unter www.workabovetheclouds.com