D/A/CH – Großstadt Bodensee | Im April hat der Unverpackt-Laden „lecker Unverpackt“ in Lindau eröffnet und auch in Konstanz, Singen und Wangen sind Läden in Planung oder schon geschäftig. Zunehmend werden Einkaufsmöglichkeiten angeboten, die den anfallenden Verpackungsmüll im Alltag drastisch reduzieren. Denn längst ist der Zero-Waste Trend aus den USA auch am Bodensee angekommen.

Allein 114 kg Rest- und Sperrmüll produziert jeder Einwohner im Bodenseekreis jährlich und da sind Papier-, Plastik- und Biomüll noch nicht eingerechnet. Der größte Teil davon kann nicht oder nur aufwendig recycelt werden, was eine enorme Belastung für Natur und Klima bedeutet. Aber die Bereitschaft der Verbraucher, etwas gegen diese unnötige Verpackungsflut und damit für die Umwelt zu tun, wächst.

Man muss sein Müsli ja nicht in der bloßen Hand aus dem Laden tragen, aber hat der Verbraucher wirklich keine andere Wahl, als seine Lebensmittel in dreifacher Plastikverschweißung zu kaufen? Idealerweise würde gar nicht erst auf diese Art produziert werden, doch solange in der Lebensmittelindustrie nur ein sehr langsames Umdenken stattfindet, liegt es am Einzelnen, das Problem anzugehen. Wie die folgenden Tipps beweisen, ist das mit kleinen Veränderungen der eigenen Routine auch gar nicht so schwierig:

Einfach weniger Müll

Der erste Einkauf im Unverpackt-Laden mag einschüchternd wirken, ist aber simpel. In den meisten Läden können eigene, wiederverwendbare Behältnisse mitgebracht, befüllt und an der Kasse je nach Gewicht bezahlt werden. Selbst im normalen Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt kann man viele Lebensmittel in den eigenen Behältern mit nach Hause nehmen. Im Zweifel gilt: nachfragen.

Auch für diejenigen, die noch keinen Unverpackt-Laden in der Nähe haben, gibt es inzwischen Alternativen: Einige im Bodenseekreis ansässige Online-Shops liefern das gleiche Angebot per Post oder sogar per Lastenrad, wie der Shop „tante-emmas-bruder.de“ in der Region um Friedrichshafen oder der Versand „monomeer.de“ in Konstanz. Selbstverständlich nachhaltig verpackt in recyceltem Papier oder Pfandgläsern.

Für noch mehr Inspiration zum Thema organisiert das deutsche Abfallwirtschaftsamt Bodenseekreis im Landratsamt Friedrichshafen vom 17. bis 20. Juli eine Infowoche mit Vorträgen und Workshops. In einer Ausstellung wird außerdem zu sehen sein, wie 18 Familien drei Monate bei der Herausforderung begleitet wurden, abfallarm zu leben. Alle Informationen zu dem Projekt gibt es auf www.bodenseekreis.de.

Die Unverpackten der Region:

D – Konstanz: facebook.com/UnverpacktKonstanz

D – Ravensburg: wohlgefuehl-unverpackt.de

D – Markdorf: heimatliebe-unverpackt.de                        

D – Leutkirch: happyendstore.de

D – Lindau: lecker-unverpackt.de

CH – Trogen: bio-ohne.ch

CH – Bülach: fuerst-unverpackt.ch

CH – Winterthur: bareware.ch

CH – Hüttwilen: www.gnussvoll.ch

A – Hohenems: frida-bio.at

A – Satteins: plastikfreier.com

Text: Isabelle Loebe