Das Weihwasser in der Basilika Birnau kommt neuerdings aus einem kontaktlosen Weihwasserspender. Ursprünglich für Desinfektionsmittel gedacht, kann man ihn auch genauso bedienen: Einfach mit dem Ellbogen drücken und schon kommt man an reinstes, ansteckungsfreies Weihwasser.

Eine Gottedienstbesucherin der barocken Wallfahrtskirche in Uhldingen-Mühlhofen kam auf die Idee, denn die Weihwasserbecken waren wegen der Ansteckungsgefahr seit Beginn der Pandemie nicht mehr benutzbar. Somit kann die Selbstbekreuzigung mit Weihwasser beim Betreten der Kirche wieder ganz gefahrlos vonstattengehen. Die segnende und schützende Wirkung, die dem Weihwasser in der katholischen Kirche traditionell nachgesagt wird, kann man in der Krise besonders brauchen.

Ob allerdings Täuflinge ab sofort nicht mehr über das Weihwasserbecken gehalten, sondern am Weihwasserspender getauft werden, sei dahingestellt. Die gerade in barocken Kirchen hochstilisierten und figurenreichen Becken sind oft richtige Kunstwerke, da kann so ein zweckdienlicher Spender optisch nicht mithalten.

Trotzdem, Weihwasserspender sind ein neues Geschäftsmodell, so rüstet beispielsweise eine Firma in der Oberpfalz dafür eines ihrer Produkte um. Aus kontaktlosen Senf- und Ketchup-Spendern werden jetzt neu Weihwasserspender. Das Produkt kommt gut an und soll sogar auf der deutschen Bischofskonferenz vorgestellt werden. Mittlerweile haben rund 25 Kirchen deutschlandweit einen Weihwasserspender. Auch um die Ansteckung mit anderen Infekten einzudämmen, könnte der berührungslose Weg zum Weihwasser auch in Grippezeiten beliebt sein. (sg)

Quelle: dpa