Kunstliebhaber dürfen sich auf eine weitere erstklassige Sonderausstellung in der Reihe zur Kunst der Klassischen Moderne freuen.

Wer der Künstler im Frühsommer 2019 sein wird, das war bis zum 5. Dezember noch ein gut gehütetes Geheimnis.

Seit Jahren holt das Lindauer Kulturamt herausragende Künstler zur sommerlichen Sonderausstellung in die Inselstadt. Fast eine halbe Million Besucher hat die Reihe in den letzten Jahren zu Picasso, Chagall, Miró, Matisse, Nolde, Klee und August Macke nach Lindau gelockt und sich damit einen Namen bei Kunstkennern und Leihgebernin der Bundesrepublik gemacht.

Weil das Stadtmuseum im „Haus zum Cavazzen“ am Marktplatz seit diesem Herbst für seine Renovierung geschlossen bleibt, zieht die Kunstausstellung in das Erdgeschoss des alten Hauptpostgebäudes. Viele Kunstliebhaber fürchteten, dass die beliebte Sonderausstellung, die maßgeblich an der Marke Lindau beteiligt ist, aussetzen wird. Also begann die Suche nach geeigneten Räumen auf der Insel. Die Wahl fiel auf das alte Hauptpostamt – ein Belle-Époque-Gebäude, das dem Baumeister Friedrich von Thiersch zugeschrieben wird.

Der Umbau des ehemaligen Hauptpostamtes in ein attraktives, funktionales, ästhetisches, sicheres und barrierefreies Museum muss nun also in relativ kurzer Zeit verwirklicht werden. Das Gebäude eigne sich durch seine Bausubstanz – beispielsweise seine meterdicken Mauern – hervorragend dazu, in einen bestens klimatisierten Hochsicherheitstrakt verwandelt zu werden, prädestiniert für hochwertigste Kunstausstellungen.

Fast 300 Quadratmeter stehen für die Ausstellung zur Verfügung. Die fast fünf Meter hohen Wände lassen auch großformatige Bilder zu. Dazu kommt die ideale Lage am Scheitelpunkt Fußgängerzone, Hafen und Bahnhof sowie in kurzer Verbindung zum Seeparkplatz. Für die professionelle Lichtgestaltung hat sich die Zumtobel Lighting GmbH aus Dornbirn als Sponsor angeboten. „Wir spüren, dass den Menschen die Kunstausstellung in Lindau am Herzen liegt. Alle verfolgen mit Engagement und gutem Willen dasselbe Ziel, auch um mit den Ausstellungen Lindau ein kulturelles Gesicht mit Strahlkraft zu geben“, sagt Kulturamtsleiter Alexander Warmbrunn.

Und wer ist nun der Künstler?

Friedensreich Hundertwasser – Traumfänger einer schöneren Welt
06. April – 29. September 2019

Hundertwasser, 839 Die dritte Haut, Mixed Media, 1982 Rechte: Die Hundertwasser Gemeinnützige Privatstiftung / © 2018 Namida AG, Glarus, Schweiz

Vom 06. April bis 29. September 2019 zeigt das Museum in seiner neuen Spielstätte unter dem Titel „Friedensreich Hundertwasser. Traumfänger einer schöneren Welt“ originale Gemälde, Grafiken, Architekturentwürfe und einen kostbaren Knüpfteppich des Künstlers, dessen Werke so schillernd sind, wie sein Name selbst. Nach den bisherigen Recherchen des Kulturamtes gab es im südwestdeutschen Raum seit rund vier Jahrzehnten keine Ausstellung mit so vielen Originalen Hundertwasser-Werken mehr.

Friedensreich Hundertwasser – ein Zukunftsvisionär, Utopist, Aktivist und kontrovers diskutierter Künstler – hinterlässt uns ein vielschichtiges Werk, in dem er oftmals gesellschaftskritische Positionen bezog. In seinen Architekturprojekten achtete er auf eine natur- und menschengerechtere organische Bauweise. Dabei spielte auch immer die Ästhetik eine große Rolle, wobei er die geometrisch gerade Linie seit Beginn der 1950er-Jahre als eine Fiktion und ein Trugbild ablehnte, da diese in der Natur nicht vorkommt.

Hundertwasser691
IRINALAND †BER DEM BALKAN
IRINALAND OVER THE BALKANS
IRINALAND SUR LES BALKANS
1969
© KunstHausWien, Jahr

Angetrieben von einem allumfassenden Friedensgedanken und dem Anspruch, mit seiner Kunst die Welt zu verschönern und zu verbessern, entstanden intensiv leuchtende, farbenfrohe Werke.