… neu in alten Händen

Das Wettbewerbs-Verfahren zur Durchführung des Konstanzer Weihnachtsmarktes für die Jahre 2020 und 2021 ist entschieden: Heinrich Stracke und sein Sohn Levin, die langjährigen Veranstalter des größten Weihnachtsmarktes am See, haben erneut den Zuschlag bekommen. Einzige Neuerung: die Konstanzer Agentur Event Promotions um Frank Schuhwerk und Tommy Spörrer, die u.a. seit einigen Jahren den Singener Hüttenzauber gestalten, sind mit eingestiegen. Das Weihnachtsschiff mit 360° Bar bleibt ebenfalls wie gewohnt ein Highlight.

Eine Meldung, die in diesen Tagen irgendwie klingt, als käme sie aus einer anderen Welt. Doch den Veranstaltern brennt es schon unter den Fingernägeln, sie müssen loslegen, denn die Großveranstaltung braucht eigentlich einen längeren Vorlauf. Keine leichte Sache in Krisenzeiten, in denen viele Händler gerade ums Überleben kämpfen. Sicherlich ist der bislang umsatzstarke Weihnachtsmarkt, der Jahr für Jahr hunderttausende Besucher anzieht und in ganz Deutschland sowie über die Grenzen hinaus bekannt ist, ein Lichtblick für die vielen, oft kleinen Händler und Gastronomen mit ihren Ständen. Doch klagen einige über die extrem hohen Standgebühren und der Markt ist trotz Menschenmassen dadurch beileibe kein Selbstläufer. Aber vielleicht lassen Strackes, die in den letzten Jahren gut verdient haben dürften, zusammen mit den Event-Promotern, die auch in Singen mit dem Hüttenzauber bislang ordentliche Umsätze fuhren, ja in diesem außerordentlichen Jahr mal weihnachtliche Gefühle zu?

Bislang waren Strackes in Konstanz eher dafür bekannt, ihren Kopf durchzusetzen: auch gerne mal gegen die Händlerschaft auf der Marktstätte, die unter dem Weihnachtsmarkt leidet, sich aber irgendwie arrangiert hat, als auch gegen langjährige Partner (deren gut laufende Stände und Konzepte, sie schlicht selbst übernommen haben!) und immer wieder gerne gegen Stadtmarketing und Verwaltung. Man darf gespannt sein, welchen neuen Impuls hier die Event-Promotions-Macher dagegen setzen können.

Bei der EU-weiten Ausschreibung konnten Bewerber für den Konstanzer Weihnachtsmarkt ihre Anträge bis 13. Februar 2020 einreichen. Laut der Stadt hat „eine eingerichtete städtische Arbeitsgruppe, bestehend aus VertreterInnen des Bürgeramtes, des Amtes für Bildung und Sport und des Kulturamtes sowie der Marketing und Tourismus Konstanz GmbH, die Angebote eingehend geprüft. Kriterien waren unter anderem das Veranstaltungs-, das Marketing- sowie das Finanzkonzept“. Die abschließende Bewertung erfolgte Ende März 2020.

Das beliebte Weihnachtsschiff mit der 360° ICE-Bar und dem neuen „coolen“ ICE-Cave, das mittlerweile fester Bestandteil des winterlichen Konstanz und als prominentes Fotomotiv fast schon ein Symbol für den Konstanzer Weihnachtsmarkt geworden ist, soll es unter der Leitung von Dieter Wäschle und Martina Müller vom Petershof in diesem Jahr natürlich auch wieder geben (allen Gerüchten zum Trotz: der parallele Vertrag mit der BSB läuft dieses Jahr noch unverändert).

Paradox: In Zeiten sozialer Distanz freut man sich schon fast auf das unsägliche Gedränge auf dem größten Weihnachtsmarktes am See… (sg/mh)

Foto: MTK_Achim-Mende.jpg